Tauchrevier Deutschland im Interview mit "Der Taucherblog"

2015 Werbellinsee XI

09.07.2015, Werbellinsee (Brandenburg)

Mich zieht es immer wieder zu dem wunderschönen Natursee oberhalb Berlins. Der Werbellinsee ist so vielfältig, facettenreich und derart lebendig. Die Sichtweiten sind garantiert überdurchschnittlich und mögliche Einstiege zahlreich vorhanden. Danke letzte Eiszeit.

Nicht nur die vielen Armleuchteralgen, die Süßwassergarnelen, auch die kleinen, flinken Steinbeißer sind Indikatoren einer guten und gesunden Wasserqualität. Ihr Lebensraum sind sandige Böden, kein Modder und Schlamm. Aber nicht nur Naturliebhaber kommen hier auf ihre Kosten. Zahlreiche gesunkene Lastensegler, die Baumaterial wie Tonziegel der „Königlichen Ziegelei“ und Feldsteine nach Berlin transportierten, lassen das Herz von Wracktauchern und Entdeckern höher schlagen.

Wen also wundert’s, dass es mich wieder an die Ufer dieser Brandenburger Perle verschlagen hat.

Ich tauche ab und werde mit offenen Armen empfangen. Ganze Wiesen von „blühenden“ Hornblättriger Armleuchteralge (auch Geweih-Armleuchteralge genannt) strahlen im eintauchenden Sonnenlicht. Die orangerot leuchtenden männlichen Geschlechtsorgane dieser wunderschönen Pflanzen sind eine Augenweide. Zwischen ihnen huschen Stichlinge, Flußbarsche und Plötzen hin und her.

Hornblättrige Armleuchteralge (Chara tomentosa)

Mit 22 Grad ist das Oberflächenwasser ganz schön warm. Mich zieht es ein wenig tiefer. Sandige Freiflächen umrahmt von verschiedenen Wasserpflanzen deuten auf den Lebensraum der bereits erwähnten Steinbeißer. Einige Spuren im Sand kann ich entdecken. Wenn die kleinen Fische ruhig verharren, sind sie in ihrem Tarnkleid kaum auszumachen. In der Regel bemerken die Dorngrundeln, wie sie auch genannt werden, uns Taucher viel eher und nur ihr „Davonhuschen“ lässt sie uns erkennen. Einmal ausgemacht, versuche ich mich den Tieren mit meiner Sealife zu nähern. Es beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel. Meist bin ich der Verlierer.

Steinbeißer, Dorngrundel

Kleine Grashechte nutzen ebenso das intakte Grün für ihre Raubzüge. Diesen perfekten Jägern könnt‘ ich stundenlang zuschauen. So klein und doch so groß.

Wie immer rast auch diesmal die Zeit. Ich drehe um und tauche langsam zurück. Auftauchen mag ich jedoch noch nicht. Das klare Wasser lässt mich weiter hinab tauchen. Ab 15m sind kaum noch Schwebteilchen auszumachen. Das Wasser kühlt sich deutlich ab. Auf 25m sind dann nur noch 8 Grad. Ich genieße es in meinem Trockenanzug. In dieser Tiefe komme ich an wundervoll geformte Mergelwände. Die vielen kleinen Löcher und Höhlen lassen das ganze wie einen Schweizer Käse aussehen. Gern ruhen hier Quappen. Ich kann dieses Mal jedoch keine aus machen.

Ich lege mich vor einer Wand in die Wassersäule und erfreue ich mit jedem Atemzug dieses herrlichen Anblicks. Kennt ihr das? Ich bin einfach nur zufrieden.

Nach 2h neigt sich jedoch mein Gasvorrat zur Neige und ich steige auf. Ich liebe das Tauchrevier Deutschland.

Unterwasserimpressionen Werbellinsee

Was ist Euer Lieblingssee?

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2015 Werbellinsee X

30.06.2015, Werbellinsee (Brandenburg)

Es sind noch 90bar in der Flasche. Und ich verspüre einen inneren Drang, meinen Kopf unter Wasser zu stecken, Lust dem bunten Treiben in unserem einheimischen Gewässer zuzuschauen. War eine Weile schon nicht im Werbellinsee, für diesen spontanen Tauchgang mein Ziel.

Ich bin so unendlich froh, hier zwischen all diesen wunderschönen Seen wohnen zu dürfen. Der Werbellinsee, die Helene, der Straussee – alles schnell zu erreichen. Man merkt, es ist Urlaubszeit. Auch an den entlegenen Stellen erfreuen sich Besucher und Gäste dem kühlen Naß. Bei diesem Kaiserwetter aber auch wirklich kein Wunder.

Die knallige Sonne motiviert mich, diesmal besonders schnell in den Tauchanzug zu springen, das Gerödel anzulegen und abzutauchen. Was für ein tolles Gefühl, wenn das Wasser die Last trägt und Abkühlung spendet. Kurzer Check und dann ist der Kopf unter Wasser.

Wow, was für tolle Aussichten. Das Wasser klar. Plötzen, Barsche nehmen einen in Empfang. Frei von jeder Scheu zeigen sie sich vor meiner Maske und suchen am sandigen Grund nach einem guten Bissen. Ich verweile und beobachte eine ganze Zeit, bis ich mit wenigen Flossenschlägen entlang der Uferkante weiterziehe. Auch diese Stelle des Sees ist reich und vielfältig bewachsen. Lebensraum für unendliche kleine und große Lebewesen.

Gesunder Lebensraum

Wunderschöne Characeen, hochwachsendes Laichkraut, Hahnenfußwiesen und Wasserpest erfreuen das Taucherherz. Die vielfältig vorhandenen Armleuchteralgen zeugen von guter Wasserqualität und sind ein Indiz für nährstoffarme Gewässer, da sie sehr empfindlich auf Nährstoffe reagieren. Auffällig hier die Hornblättrige Armleuchteralge mit ihrem gerieften Stengeln und orange-roten Geschlechtsorganen. Solltet ihr unter Wasser hingegen viel auf das nähstoffliebende Hornblatt und Tausendblatt stoßen, dann werdet ihr in der Regel kaum oder gar keine Armleuchteralgen finden. Achtet mal drauf.

„Wo Armleuchteralgen vorkommen, ist die Welt noch in Ordnung“, sagt Chara-Expertin Irmgard Blindow, Leiterin der Biologischen Station Hiddensee.

Ich bin jetzt bereits 45min im Wasser und habe vielleicht 10 Flossenschläge gemacht. Ein rotbauchiges Stichlingsmännchen macht mich neugierig. Es huscht zwischen Wasserpest hin und her und auch davon. Will es mich ablenken? Ich suche den Boden nach einer kleinen geordneten Struktur mit einer winzigen Öffnung ab. Und siehe da – ein Stichlingsnest. Ich warte geduldig. Der Wächter der Brut wird zurückkommen, muss er doch nach dem Rechten sehen und regelmäßig frisches Wasser fächeln. Er kommt. Hält mich auf Distanz und richtet das Nest. Kleine Flußbarsche nähern sich. Ohje, jetzt ist’s um den Stichlingmann geschehen, schießt mir durch den Kopf. Von wegen, wie ein ganzer Kerl stellt er sich mit aufgerichteten Stacheln den Eindringlingen entgegen und verjagt sie. Mein voller Respekt. Ich ziehe weiter.

Ein Stichlingsnest im Tauchrevier Deutschland

Sandiger Boden und auffällige längliche Spuren lassen mich innehalten. Sind hier vielleicht Steinbeißer zu Hause? Ich stoppe und suche den Boden ab. Und tatsächlich, die dem Untergrund gut angepassten Dorngrundeln mit ihren sechs Barteln liegen auf und teilweise im Sand. Langsam nähere ich mich in der Hoffnung auf ein gelungenes Foto. Die Burschen sind jedoch so achtsam und schnell. Ein kurzes Zucken, eine Staubwolke und weg sind sie. Verhält mich sich ruhig, erscheinen sie wieder auf der Bildfläche. Die Uhr zeigt bereits eine Tauchzeit von 90min an, dabei bin ich gerade mal um die Ecke getaucht. Die Zeit fliegt.

Ich kehre um und steige zufrieden aus dem Wasser. Was für ein spannender Tauchgang im Tauchrevier Deutschland.

Unterwasserwelt Werbellinsee

Schon mal ein Stichlingsnest gefunden?

Freue mich auf eure Kommentare, Anmerkungen, Tipps, Links und Bilder.

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2015 Kalksee V

26.06.2015, Kalksee (Brandenburg)

Wollte mir mal wieder einen Überblick über die Bedingungen des Tauchrevieres vor meiner Haustür verschaffen. Also lud ich mein Tauchzeug ins Auto und stand 10min später am Ufer des Kalksees. Das Wasser sieht aus dieser Perspektive recht gut aus, aber das hat ja leider nicht viel zu sagen.

Der Schilfgürtel ist kräftig gewachsen. Überhaupt scheint die Natur dank des Regens der letzten Tage einen starken Schub gemacht zu haben. Die Nester der Haubentaucher sind verlassen. Die kleinen Küken sind geschlüpft und erobern im Schutze der Elterntiere ihr neues Zuhause. Das schöne Wetter lockt wenige Badegäste.

Ich ziehe mich also um und schultere mein Gerödel. Im Kalksee empfiehlt sich in jedem Falle eine SMB-Boje mitzuführen, da hier Bootsverkehr herrscht. Ich hänge diesmal auch mein DUX Reel für ein paar Übungen an den hinteren D-Ring. Es wird sich erweisen, dass es gar keine so schlechte Idee ist.

Der Kalksee verbindet Rüdersdorf/Woltersdorf

Abgetaucht. Das Brunnenmoos wächst und gedeiht. Die Sicht ist in diesem Bereich noch recht gut. Direkt über den Pflanzen bildet sich sogar eine schmale Klarwasserzone. Vereinzelt sehe ich die hübschen Körbchenmuscheln. Junge Flußbarsche suchen Schutz zwischen den mächtigen Blättern der Teichrose. Mit jedem Flossenschlag Richtung Seemitte nimmt die Sicht jedoch ab. Es regnet ganze Algenklumpen.

Auf Kurs „Geradezu“ findet sich in einer Tiefe von 4-5m eine Plattform der Tauchbasis „Tauch-Rausch“. An dieser Stelle enden auch die großen Muschelkolonien und der sandige Boden beginnt. Bei schlechter Sicht kann man an der Plattform durchaus schon mal vorbeischwimmen. Und ja, es herrscht schlechte Sicht. Aber ein neues rot-weißes Flatterband der Tauchbasis führt geradewegs ins Ziel.

Die Plattform ist von Sedimentwolken zugehangen. Schade. Sollten sich hier Aale oder andere Fische aufgehalten haben, was sie gerne tun, dann sind sie jetzt jedenfalls verschwunden ohne dass ich die Chance einer Sichtung hatte. Zwischen den Dreikantmuschelkolonien unzählige Schwebgarnelen. Winzig klein, die neue Generation. Ganze Wolken umgeben die Plattform. Wunderschön. Zwei verräterische Antennen ragen aus einem senkrechten Rohr. Hier ist ein kleiner Flußkrebs eingezogen und sichert den Eingang mit seinen kräftigen Scheren. Flohkrebse huschen hin und her. Süßwasserschwämme gedeihen. Wenn man innehält, dann bekommt man doch einiges vor die Maske.

Die schlechte Sicht ist gute Bedingung für meine Reel-Übungen. Wunderbar. 140m kann ich so in den See hineintauchen und problemlos wieder am Ausgangspunkt ankommen. Ich klicke also das Reel aus und beginne. An der Plattform setze ich meinen Primary Tie-Off. Kurs genommen und los geht’s. Kamera, Kompass, Goodman-Handle, Reel – ich brauche mehr Hände. Jetzt sieht man bald gar nix mehr. Der braune Schleier lässt den Seegrund verschwinden. Egal. So macht Reelen Spaß. Finimeter ausklicken und Flaschendruck checken, Valve-Drill simulieren und immer schön Spannung auf das Reel halten. Jetzt die Wende. Die Leine sollte nicht den Boden berühren. Hier muss ich mir noch einmal einen Tipp abholen. Und zurück. Jetzt werden beide Hände gebraucht. Ich hänge die Kamera weg. Ist eh nichts zu sehen. Das Ganze wiederhole ich dreimal.

Sind nun doch wieder 90min geworden. Tauchen ist schön. Tauchen in Deutschland ist wunderschön.

Der Kalksee unter Wasser

Wie sind denn die Sichtweiten bei Euch?

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2015 Heidesee

22.06.2015, Heidesee (Brandenburg)

Vor guten hundert Jahren wurde hier noch Ton abgebaut. Inmitten des Naturparks Dahme-Heideseen südlich von Berlin und unweit der Autobahn A13 liegt der ehemalige Tonstich Halbe. Die Aufgabe des Abbaus nach plötzlichem Wassereinbruch ließ den heutigen Heidesee entstehen. In unmittelbarer Nachbarschaft finden sich weitere Gewässer gleichen Ursprungs, die Tongruben Groß Köris und der Große Karbuschsee seien hier nur stellvertretend genannt.

Der Heidesee hat im Verhältnis zu seiner Fläche von ca. 8ha eine große Maximaltiefe von 27m. Der entsprechende Wasserkörper sorgt für eine stabile Wasserschichtung und bildet die Voraussetzung für gute Sichtweiten. Einem Bericht des Umwelt-Netzwerkes Gewässer & Landschaft enviteam zufolge, ist die ehemalige Tongrube als mäßig nährstoffreich eingestuft.

Hiervon wollte ich mir persönlich einen Eindruck verschaffen und fuhr kurzerhand zum Heidesee. Eine hübsche, kleine Badestelle mit Parkmöglichkeiten bietet einen ausgezeichneten Zugang zum Gewässer. Das anliegende „Cafe del Mare“ versüßt die Oberflächenpausen (außer Montag). Zwei Badeplattformen im See bieten gute Orientierungspunkte.

Das Auto ist also schnell abgestellt und der See inspiziert. Ein Schilfgürtel unterbrochen von Stegen und umgestürzten Bäumen umfasst den Heidesee. Er ist schön anzuschauen und ich freue mich auf meinen Tauchgang.

Der Heidesee ein alter Tonstich

Bis zur ersten Badeplattform kann man noch gut stehen. Hier tauche ich ein in Poseidons Welt. Bevor ich mich auf den Weg mache, checke ich immer noch einmal meine Ausrüstung. Dann binde ich meine Sealife um das Handgelenk, schalte diese ein und prüfe die Einstellungen.

Während ich so in der Wassersäule liege und vertieft die Klaviertastatur meiner Kamera bediene, huscht ein großer Schatten über meine rechte Schulter. Ich erschrecke. Wow. Was für ein Schuppenkarpfen? Das fängt ja schon mal gut an. Zum Anfassen nah dieser kapitale Bursche. Bevor ich jedoch meine Kamera in Position bringen konnte, schwamm der Karpfen angetrieben von meinem fürchterlichen Blubbern mit einem kräftigen Flossenschlag davon. Leicht verschwommen ist er dennoch auf den Chip gebannt. In solchen Momenten wünsche ich mir eine Kamera mit einer Autofokuszeit gegen Null und ein Kreislaufgerät. Das Geblubber meines OC-Systems soll mir auch später noch einmal zum Verhängnis werden.

Spiegelkarpfen und Schuppenkarpfen

Die Sichtweiten im See sind unterhalb 2m. Ob das mit dem Regen in den letzten Tagen zusammenhängt? Wie in einen grünen Schleier eingehüllt, präsentiert sich mir der Heidesee. Ich tauche ab. Die zweite Badeplattform ist schnell erreicht. Ein Hecht unterhalb dieser empfängt mich. Hornblatt und Tausendblatt ummantelt von grünen Fadenalgen bilden einen grünen Teppich. Vereinzelt finde ich den Hahnenfuß und Armleuchteralgen. Es dominieren aber ganz klar die nährstoffliebenden Horn- und Tausendblätter.

Von der zweiten Badeplattform führt eine Leine, der ich in Richtung Seemitte folge. Es dauert nicht lange und eine Plattform zeigt sich mir. Hier finden also sicherlich Ausbildungs-Freiwassertauchgänge statt. Von der Plattform eine zweite Leine. Irgendwie kann ich mich der Leinenführung nicht entziehen und folge. Ein hölzerner Ruderkahn ist am anderen Ende festgemacht. Nicht spektakulär, aber eine willkommene Abwechslung. Eine weitere Leine führt nach meinem Kompass Richtung Ufer. Dieser folge ich nicht. Ich tauche abwärts. Ab 6-7m klart es ein wenig auf und das Wasser kühlt sich merklich ab. Viele Schwebeteile, die sich im Schein meiner Lampe als Zooplankton herausstellen. Alles lebt. Keine Pflanzen mehr. Sandiger Boden bedeckt von Bakterienteppichen. Die bessere Sicht hält nicht lange an. Ab 8m Tiefe ein undurchdringlicher Braunschleier. Ein paar Flossenschläge, es wird nicht besser. Ich kehre um und möchte mich ein wenig im Pflanzengürtel umsehen.

Die ersten Triebe des Hornblatts zeigen sich ab einer Tiefe von etwa 4m. Die Pflanzenwelt wird schnell dichter. Schatten, 1-2-3 viele. Ich störe einen Schwarm beachtlicher Spiegelkarpfen beim Weiden. Die schlechte Sicht lassen sie mich kaum erkennen. Und ehe ich sie richtig erblicken kann, habe ich deren Fluchtdistanz unterschritten. Mit einem lauten Knall treiben die kräftigen Schwanzflossen diese großen Fische zur Flucht an. Tja, ein geschlossenes System müsste man tauchen.

Junge Grashechte auf der Lauer

Überall sind jetzt kleine Fischschwärme zu finden. Im Schutz der Pflanzen üben sich die kleinen Grashechte. Ich finde diese perfekten Lauerjäger immer wieder spannend und könnt‘ stundenlang zuschauen. Was ich mit Blick auf die Uhr dann wohl auch tue. Vier, fünf Hechte kann ich trotz ihrer perfekten Tarnung ausmachen. Eine Schleie zieht vorbei. Mit einem Tick besserer Sicht für den vorausschauenden Blick macht das Tauchen im Heidesee sicherlich noch viel mehr Spaß. Ich komme wieder, schon wegen „Heidi“, einem riesigen Waller, der hier sein Unwesen treiben soll.

Ein weiterer wunderschöner Tauchgang in unserem Tauchrevier Deutschland.

Unterwasser-Beobachtungen

Wer kennt den Heidesee unter Wasser?

Freue mich auf eure Kommentare, Anmerkungen, Tipps, Links und Bilder.

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2015 Lübbesee

19.06.2015, Lübbesee (Brandenburg)

Der Lübbesee, Ziel meines heutigen Tauchausfluges, liegt in der südwestlichen Uckermark am Rande des Ortes Templin. Die Uckermark ist reich an Seen, die meisten von ihnen glazialen Ursprungs.

Nach einem Blick auf die Google-Map für mögliche Einstiegsstellen entschied ich mich für den nördlichen Zipfel des Sees direkt bei Templin. Viele Seen liegen in Naturschutzgebieten und sind in der Regel für den öffentlichen Autoverkehr gesperrt. Hier jedoch sind ein Badestrand und ein Bootsverleih ausgewiesen. Gute Chancen für einen Einstieg, auch wenn ich eher die ruhigeren Ecken suche.

Oberhalb des Bootsverleihs ist ein kleiner Parkplatz, bestens geeignet. Ich erkunde die Gegend. Ein Weg zum Trailern von Booten führt direkt in das Wasser. Linker Hand liegt eine sehr schöne Bucht, eingefasst von Schilfröhricht, Seerosen und großen Erlen. Dies soll mein Revier für den heutigen Tauchgang sein.

Der nördliche Zipfel des Lübbesees

Ich treffe einen Spaziergänger mit Hund und frage, ob man vielleicht an anderer Stelle näher an das Wasser herankommt. Der Badestrand wäre wohl noch eine Option, ansonsten sieht es mit dem Auto sehr schlecht aus. Diese Einschätzung unterstreicht meine Entscheidung.

Wie immer ist das Gerödel schnell angelegt und ich tauche unter Beobachtung von neugierigen Urlaubern ab. An dieser Stelle fällt das Ufer schnell auf 4m. Ich tauche durch hochwachsendes Krauses Laichkraut, Wiesen von Tausendblatt und vereinzelten Armleuchteralgen. Das fängt gut an. Soll aber leider nicht so bleiben. Die Sicht schätze ich auf 2-3m. Wie immer suche ich die Richtung zur Seemitte, in diesem Falle ist das Richtung Osten. Nach 5min erreiche ich eine Tiefe von 6m. Der Pflanzengürtel war nicht sehr mächtig. Es folgt ein schlickiger, flacher Boden. Vereinzelt ziehen winzige Schnecken ihre Bahnen. Der Mangel an festem Grund lässt die Dreikantmuscheln nicht scheuen, selbst das Haus dieser Winzlinge zu besiedeln. Es wird eintönig. Ich drehe ab und steuere nach 20 min zum Ufer.

Anstatt des erhofften Grüns finden sich jetzt allerdings ab 4m Tiefe Kolonien von Dreikantmuscheln, unterbrochen von solitären Teichmuscheln. Flaschen, Gläser, Töpfe, der Müll nimmt zu, beschichtet von unzähligen Muscheln. Fässer, ganze Kisten voller Flaschen, Dachrinnen. Müll, Müll, Müll. Ich weigere mich, diesen Dreck zu fotografieren. Es gab in dieser Bucht doch keine Siedlungen? Es sah doch alles recht naturbelassen aus? Um mich zu überzeugen, tauche ich auf. Nichts als Wald und kleiner Weg am Ufer. Wer verdammt macht sich diese „Mühe“ und verklappt seine ganze Baustelle in diesem schönen See? Ich bin enttäuscht und auch verärgert. Heutzutage wird man das Zeug nun wirklich überall problemlos los. Den Leuten müssten die Arme abfallen.

Dann doch noch ein Lichtblick. Ein kleiner im Wasser liegender Baum ist schön bewachsen mit Geweihsüßwasserschwämmen. Das Auge beruhigt sich. Bisher konnte ich bis auf wenige Flußbarsche keinen Fisch erspähen.

Geweihsüßwasserschwämme

Ich tauche weiter. Raues Hornblatt und Ähriges wie Quirliges Tausenblatt bestimmen jetzt das Bild. Ein klares Indiz für einen nährstoffreicheren See. Armleuchteralgen Fehlanzeige. Ein weiterer, großer Baum erscheint vor mir. Jetzt kehrt Leben in den See. Zwei etwas magere Hechte stehen zwischen Ästen und lauern auf ihre Chance. Eine große Schleie scheint von meinem Geblubber genervt und verschwindet. Dazwischen huschen Schwärme von Plötzen, Güstern und Barschen. Ich verweile und erfreue mich nach der Müllenttäuschung an dem Treiben.

Unterwasserimpressionen

Es ist Zeit zur Umkehr. Mittlerweile muss ich sagen, dass ich immer mehr Seen kennenlerne, die oberhalb des Wassers einer malerischen Idylle gleichen, unterhalb der Oberfläche jedoch traurig und fad.

Wer war bereits im Lübbesee tauchen?

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2015 Straussee V

10.06.2015, Straussee (Brandenburg)

Nach der Reglerrevision entschied ich mich für einen Testtauchgang im naheliegenden Straussee. Ein Abstecher hierher lohnt immer. Ein wunderschöner See mit großem Fischreichtum, einer tollen Basis und jeder Menge freundlicher Leute.

Nach kurzer Anfahrt und nettem Plausch schlüpfte ich in die Tauchklamotten und marschierte die knapp 100m zum See. Spätestens hier wünsche ich mir den Winter mit um die Null Grad. Das Wasser ist ein Segen. Es trägt die Last und erfrischt zugleich.

Unendlicher Fischreichtum im Straussee

Bereits am Einstieg huschen große Schwärme von Bleien, Güstern und Plötzen um einen herum. Wundervoll. Die Sicht ist beinah hervorragend. Ich entscheide mich zunächst einen kleinen Abstecher über „Wolfgangs Wiese“ in nördliche Richtung zu tauchen. Armleuchteralgen, Laichkraut und Fadenalgen bilden eine „grüne Wiese“, einige wenige Schlammschnecken und Wassermilben mittendrin.

Ich drehe Richtung Süden und tauche auf einer Tiefenlinie von 10m parallel zum Ufer. Er ist noch erstaunlich hell, was ich auch schon anders erlebt habe. Der Seegrund wirkt wie eine Mondlandschaft, allerdings versucht das Hornblatt vereinzelt das Gebiet für sich zu beanspruchen. Steine, Äste und auch Müll werden von Polypen und Dreikantmuscheln besiedelt.

Ich drehe leicht östlich ab und komme etwa in Höhe des „Hechtbaumes“ am Ufer des Straussees an. Was ist hier los? Riesige Schwärme von kleinen Plötzen und Flußbarschen haben sich zusammengefunden. Ein faszinierender Anblick. „Baitball“ denken sich die großen Barsche und Hechte und machen unentwegt Jagd auf die Kleinen. So stelle ich mir den Sardin-Run in Südafrika vor. Es fehlen nur noch die Vögel. Ich kann mich kaum satt sehen. Völlig eingeschlossen von den flinken Fischen, liege und staune ich.

Drei kapitale Hechte im Hechtbaum schauen sich das Spektakel eher gelangweilt an. Sie brauchen eigentlich nur das Maul öffnen, um ihren Appetit zu stillen. Solch eine enorme Biomasse findet man nicht einmal in den warmen Gewässern dieser Erde. Unser Tauchrevier Deutschland ist einfach schön.

Nach einer ganzen Weile tauche ich weiter zum „Strahlenbaum“. Hier ist es vergleichsweise ruhiger. Wenige halbstarke Hechte lauern zwischen den langen Ästen des alten Baumes. Ich war schon oft hier, es wird nicht langweilig.

2h Tauchgang in dem fischreichsten Gewässer, welches ich bisher in Deutschland betaucht habe. Und mittlerweile sind es über 100 Tauchgewässer in unserem Tauchrevier, die ich kenne.

Übrigens, mein Atemregler pumpte zuverlässig Luft. Mich freut’s.

Unterwasserimpressionen vom Tauchgang

Was waren Eure schönsten Hechtbegegnungen?

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2015 Werbellinsee IX

31.05.2015, Werbellinsee (Brandenburg)

Heute haben wir die Kaffenkahnwracks am „Kap Horn“, dem Nordostufer des Werbellinsees betaucht.

Vier auf einen Streich!

Bei meinem letzten Besuch am „Kap Horn“ konnten wir nicht eintauchen in das klare Wasser, da mein Buddy seine Flossen daheim vergessen hatte. Heute hätte uns meine Vergesslichkeit fast um einen wundervollen Tauchgang gebracht. Mein Rückenblei (V-Weight) war einfach nicht an seinem Platz, sondern lag noch in meiner 90km entfernten Garage. Ich konnt’s nicht glauben. Soll etwa für mich ein Fluch über „Kap Horn“ liegen? Zu meinem Glück veranstalteten Tauchfreunde das Sumatec-Tauchcamp in unmittelbarer Nähe, also kurzerhand vorbei spaziert. Vielen Dank Andreas für’s Aushelfen. Mein Tag war gerettet.

Gut gelaunt begannen die Vorbereitungen auf den geplanten Deko-Tauchgang. Unser Ziel war der Besuch der vier um „Kap Horn“ gesunkenen Kaffenkähne. Man sagt, dass sich die Winde um „Kap Horn“, einer kleinen Landzunge, brechen und den Lastenseglern zum Verhängnis wurden.

Die Maximaltiefe wird bei 28m liegen. Die Herausforderung sind die Distanzen zwischen den Kähnen, die wir ohne Scooter zu bewältigen haben. Wir gehen von einer Grundzeit von 45min auf einer Tiefe von 25m aus.

Das erste Wrack liegt dicht am Ufer und bei 14m Tiefe schnell erreicht. Es ist stark sedimentiert. Wir halten uns hier nicht lange auf. Es geht weiter zu den nächsten Wracks. Nach etwa 10min Tauchzeit zeichnet sich im Grün des Wassers ein Schatten ab. Volltreffer. Dieses mir als Mastenwrack bekannte Schiff ruht mächtig auf dem Grund des Werbellinsees. Die schnabelförmige Vorderkaffe ragt zur Oberfläche. Dieses Wrack liegt auf 24m und nicht allein. Vom Heck des Lastenkahns sieht man bereits die Vorderkaffe des Wracks auf 22m. Von diesem Kahn ist jedoch nicht mehr viel übrig. Wir schauen uns ein wenig um, bevor wir entscheiden, unseren Weg fortzusetzen, zum Wrack Nr. 4 auf 27m. Dieses sogenannte Kajütwrack, konnte wohl vor einiger Zeit mit einer recht intakten Kajüte aufwarten. Dem ist heute nicht mehr ganz so. Die Kajüte des Bootsführers ist leicht eingefallen.

600. Tauchgang. Tauchrevier Deutschland

Es ist immer wieder erhebend, diese Zeitzeugen zu betauchen, auch wenn meine Bilder mit der Sealife diese tolle Atmosphäre in keinster Weise einfangen kann. Eigentlich war für den Rückweg der Besuch eines weiteren Wracks auf 12m vorgesehen. Ein ungeplantes Projekt, die Bergung einer alten Markierungsboje mit gut 30m Seil aus dem Schlick, das Aufschießen und Mitführen dieser hielt uns vom eigentlichen Vorhaben ab :-).

Es war wie immer wunderschön, auch wenn wir diesmal ziemlich Strecke machen mussten. Unsere Dekozeit hingen wir über Wasserpest, Hornblatt und erstaunlich vielen Fadenalgen ab, dazwischen Ohrschlammschnecken, Steinbeißer, Flußkrebse und vereinzelt Plötze und Flußbarsch. 110min pure Tauchfreude.

Ein kurzes Debriefing, wie ist es gelaufen, was können wir besser machen? Kommunikation unter Wasser ist mitunter recht herausfordernd. Toller Tauchgang im Tauchrevier Deutschland, Danke Heiko. Und nochmals Danke Andreas für das V-Weight.

Kaffenkahnwracks am „Kap Horn“

Kaffenkahnwracks um „Kap Horn“

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2015 Werbellinsee VIII

29.05.2015, Werbellinsee (Brandenburg)

Man könnte den Tauchgang auch knapp mit den Worten „Viel gab’s nicht zu sehen. Bisschen Grünzeug. Wenig Fisch. Nett.“ beschreiben. Das würde aber keineswegs diesem schönen Tauchplatz „Märchenwiese“ am Werbellinsee in Brandenburg gerecht werden.

Die Märchenwiese

Ich bin immer wieder auf’s Neue fasziniert von diesem wundervollen See mit seinem so klaren Wasser inmitten des Brandenburger Forsts umsäumt von stattlichen Buchen und Erlen. Die weißen Quellwolken spielen mit ihrem Spiegelbild auf der beinah glatten Wasseroberfläche. Hier muss man einfach eintauchen.

Schon mehrfach habe ich vom Werbellinsee mit seinen vielen Einstiegsmöglichkeiten berichtet. Hier könnt ihr gern noch einmal nachlesen. Heute wählte ich für meinen Tauchgang die „Märchenwiese“ am Westufer des Sees. Ein direkter Parkplatz macht das Parken, Anrödeln und Einsteigen an dieser Stelle zu einem Kinderspiel.

Stichling, Grashecht und Krebsscheren

Mit dem Kopf unter Wasser taucht man ein in eine zauberhafte, grüne Unterwasserwelt. Felder von Krebsscheren heißen einen Willkommen. Die Sonnenstrahlen tanzen zwischen diesen ananasähnlichen Gewächsen. Stichlinge huschen zwischen den Blättern hin und her. Junge Grashechte verschmelzen mit diesem Unterwasser-Urwald und lauern auf eine gute Gelegenheit für einen leckeren Happen. Große Sumpfdeckelschnecken mit leuchtend grün gefärbten Schneckenhäusern säubern die Wege. Ich könnt‘ stundenlang zuschauen.

Der Krebsscherenwald geht über in eine Armleuchteralgenwiese, die unter der Last der Schneckeneigelege zusammenzubrechen droht. Tausende gallertartige Eigelege sichern den Fortbestand der Art für die nächste Generation. Vereinzelt kämpft sich das Raue Hornblatt in einem Dunkelgrün durch das helle Grün der Armleuchteralgen. Ab einer Wassertiefe von 4m endet der mächtige Wasserpflanzengürtel und wird abgelöst von sandigem Boden.

Ohrschlammschnecke auf Wanderschaft

Einzelne Ohrschlammschnecken ziehen sich zurück von der Eiablage in die Seemitte. Autobahngleich hinterlassen sie ihre Spuren. Ich halte inne und beobachte. Sie sehen lustig aus mit ihren dreieckigen Fühlern. Meine kleine Bugwelle und das Licht der Lampe lässt sie schnell in ihrem Schneckenhaus verschwinden. Mit ein wenig Ruhe und Geduld kommen sie jedoch wieder hervor und setzen ihre Reise fort.

Während ich das „emsige“ Treiben dieser schönen Tiere beobachte, schießen kleine Pfeile aus dem Schlamm, um im selbigen an anderer Stelle wieder zu verschwinden. Außer kleinen Staubwolken ist nichts zu erkennen. Ich denke mir, es sind Steinbeißer die zahlreich im Werbellinsee anzutreffen sind.

Ich tauche weiter über diesen sandigen Grund bevor ich dann in Richtung Schilfkante abdrehe. Die großen Armleuchteralgenwiesen sind schnell erreicht und übertaucht. Alte Baumstämme bieten vielen Dreikantmuscheln eine gute Siedlungsmöglichkeit. Flußkrebse graben ihre Höhlen unterhalb und überdauern den Tag in deren Schutz. Es gibt immer etwas zu entdecken. Große Schwärme von Plötzen und Ukelei nehmen vor mir Reißaus. Ich begebe mich auf den Rückweg.

Dreistachliger Stichling bei der Brutpflege

Vorbei an emporschießenden Teichrosen komme ich wieder im Krebsscherenwald an. Hier lege ich mich auf die Lauer und beobachte aufmerksam. Dreistachlige Stichlinge schwirren putzig im Schutze der Pflanzen hin und her. Ein schönes Exemplar erregt meine besondere Aufmerksamkeit. Er verweilt häufig an einem unscheinbaren Fleck. Eine reiskorngroße Öffnung am Boden wird von dem Stichling mit besonderer Sorgfalt beäugt.

Ein Nest? Tatsächlich. Ich habe mein erstes Stichlingsnest mit einem wunderhübschen Männchen bei der Brutpflege gefunden. Das Tier fächert emsig frisches Wasser in die Nestöffnung, trägt Material zusammen und bessert ständig aus. Mit Argwohn werde ich anfänglich zur Kenntnis genommen, sogar mit weit aufgerissenem, rotem Maul bedroht. Doch dann werde ich akzeptiert und der kleine Stichlingmann stört sich nicht mehr an meiner Anwesenheit. Ich bewundere den vollen Einsatz dieses kleinen Fisches. Und mir wird bewusst wie fragil diese, unsere Unterwasserwelt ist. Ein ungewollter Tritt, ein unvorsichtiger Flossenschlag und der Nachwuchs dieses Tieres ist verloren.

Sehen will gelernt sein

„Viel gab’s nicht zu sehen. Bisschen Grünzeug. Wenig Fisch. Nett.“ – Nein. Das Sehen will gelernt sein. Es sind manchmal die kleinen Dinge, die bezaubern und faszinieren und den Reiz unserer Tauchreviere in Deutschland ausmachen. Ein wunderschöner Tauchgang im Tauchrevier Deutschland.

Kennt ihr die Märchenwiese?

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Lastensegler des Werbellinsees

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Kontakt:

Mario Merkel, Tauchrevier Deutschland

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